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Die Gesellschaft
Ziele & Aktivitäten
Die Gertrud-von-le-Fort-Gesellschaft e.V. (gegr. 1982) widmet sich der Pflege des Werkes von Gertrud von le Fort (1876 – 1971) im Kontext ihres Lebens und ihrer Zeit. Dieses Werk soll durch neue Ausgaben, durch wissenschaftliche Forschung und durch Tagungen und Seminare einer größeren Öffentlichkeit bekannt gemacht werden. Insbesondere zielt diese Arbeit auf eine neue Begegnung und Auseinandersetzung der jungen Generation mit le Forts Dichtung. |
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| Zur Zeit hat die Gesellschaft ca. 110 Mitglieder. Sie befindet sich deutlich in einem gewissen Umbruch: von den Gründungsmitgliedern sind in den letzten Jahren einige ältere gestorben (darunter Eleonore von La Chevallerie, die letzte Sekretärin der Dichterin), dafür sind inzwischen erfreulicherweise eine ganze Reihe jüngerer Mitglieder dazugekommen. Das spiegelt sich auch in der Zusammensetzung des Vorstands wider. |
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| Gertrud von le Fort ist sehr alt geworden, 95 Jahre, und hat ihre letzte Erzählung mit 92 Jahren geschrieben („Der Dom“, 1968). Damals war es in der Öffentlichkeit und auch in der Literaturkritik bereits still um sie geworden, nachdem bereits in den 30er und 40er, vor allem aber in den 50er Jahren eine stattliche Anzahl von Dissertationen und Monographien über sie erschienen waren. An die Erfolge und die Beliebtheit der Dichterin in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts möchte die Gesellschaft anknüpfen. Für die Allgemeinheit und die Wissenschaft gilt es, Altbekanntes wiederzuentdecken und Neues zu finden. Auch und gerade den Menschen des 21. Jahrhunderts mit ihren neugestellten Sinn- und Wertefragen hat uns Gertrud von le Fort noch viel Wichtiges zu sagen. |
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| Deshalb sucht die Gertrud-von-le Fort-Gesellschaft zunächst besonders den Kontakt zu Lehrern, d.h. zu Gymnasien, um über die Lehrerfortbildung auch den Schülern einen Zugang zu le Forts Werken zu öffnen. Damit ist natürlich die Hoffnung verbunden, daß sich eines Tages – wenn die Schüler Studenten geworden sind – auch die Wissenschaft wieder ernsthaft mit dieser Art Literatur beschäftigt. In diesem Sinne hat sich ein erfreulicher und fruchtbarer Kontakt zum » Gertrud-von-le-Fort-Gymnasium in Oberstdorf, entwickelt. Hinzu kommt die Zusammenarbeit mit dem » Freundeskreis Mooshausen e.V., der das Alte Pfarrhaus Mooshausen (bei Memmingen/Allgäu) jedes Frühjahr für einen Studientag zum Thema le Fort öffnet, mit besonderer Einladung an Lehrer mit den Fächern Deutsch, Geschichte, Religion. |
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| Weiterhin bemüht sich die Gertrud-von-le-Fort-Gesellschaft, an den Orten Fuß zu fassen, wo die Dichterin eine längere Zeit ihres Lebens verbracht hat; zunächst betrifft das ihre alten Tage in Oberstdorf/Allgäu und ihre Jugend in Mecklenburg. |
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| In Oberstdorf lebte sie seit 1941 bis zu ihrem Tode im Jahre 1971, sie war Ehrenbürgerin der Marktgemeinde und ruht dort auf dem Waldfriedhof in einem Ehrengrab. Im September 2004 hat die le-Fort-Gesellschaft ihre Jahrestagung in Oberstdorf gehalten. Die Resonanz in der Öffentlichkeit war sehr positiv; und es bestehen nunmehr Pläne, in Oberstdorf eine Gertrud-von-le-Fort-Gedenkstätte einzurichten, unter Einbeziehung der bereits jetzt im Heimatmuseum gezeigten Bestände und unter Mitwirkung des Gertrud-von-le-Fort-Gymnasiums. Außerdem wird die le-Fort-Gesellschaft jedes Jahr um den 11. Oktober (den Geburtstag der Dichterin) mit einer Vortragsveranstaltung in Oberstdorf präsent sein. Thema im Jahre 2005: Der Briefwechsel zwischen Gertrud von le Fort und Carl Zuckmayer (Referent: Prof. Dr. Erwin Rotermund, Mainz, Mitglied der Carl-Zuckmayer-Gesellschaft) |
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| Die Jahrestagung 2005 in Mecklenburg sollte gleichsam das nordmitteldeutsche Pendant zu dem süddeutschen Oberstdorf werden. In Ludwigslust und Boek (Müritz) hat Gertrud von le Fort zwischen 1876 und 1920 mehr als 40 Jahre ihres Lebens verbracht, teils allsommerlich auf dem Familiengut Boek, teils mit dem ständigen Wohnsitz in Ludwigslust (1898 bis 1914) und in Boek (1914 bis 1920). Es bestehen bereits recht gute Kontakte der le-Fort-Gesellschaft nach Boek, die mit neuen Beziehungen in Ludwigslust und Schwerin verknüpft werden sollen. Das Andenken an Gertrud von le Fort in Mecklenburg wird über die biographisch-literarischen Zusammenhänge hinaus auch einen deutlich politischen Charakter entwickeln. Die Dichterin könnte mit dem hohen ethischen Anspruch ihres Werkes durchaus eine Identifikationsfigur für Mecklenburg werden. |
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| Gertrud von le Fort wird sich – auch in einem günstigeren öffentlichen Klima, als es derzeit noch der Fall ist – nie so gut „unters Volk bringen“ lassen wie z.B. Thomas Mann oder Karl May oder Till Eulenspiegel. (Ich denke an sehr anregende Begegnungen mit den entsprechenden Gesellschaften im Rahmen der » ALG!) Aber wir stellen doch immer häufiger fest, daß gerade auch jüngere Leute durchaus aufgeschlossen für le Forts Werke sind, zuweilen sogar richtig begeistert. Umso bedauerlicher ist es, daß man z.Zt. kaum etwas von diesen Werken im Buchhandel greifbar findet. Die Verlage tun sich sehr schwer mit – wenn auch bescheidenen – Neueditionen. Über das moderne Antiquariat sind allerdings die meisten Titel noch zu finden. Auf diesem Gebiet ist also von der le-Fort-Gesellschaft noch viel zu tun: Wir brauchen zunächst preiswerte Einzelausgaben von zwei bis drei grundlegenden Werken für den Deutschunterricht in der Mittel- und Oberstufe. Eine neue Gesamtausgabe ist sicher noch „Musik aus der ferneren Zukunft“. |
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Immerhin zeigt das lebhafte Interesse des Publikums für die Oper „Dialogues des Carmélites“ von » Francis Poulenc, daß le Forts grundlegende Thematik keineswegs veraltet, sondern im Gegenteil hochaktuell ist. Denn bekanntlich beruht das Libretto der o.g. Oper auf der Meisternovelle „Die Letzte am Schafott“ von Gertrud von le Fort, vermittelt durch ein Szenarium von Georges Bernanos. Die Oper ist in den letzten Jahren in z.T. bemerkenswerten Neuinszenierungen u.a. in » Hamburg, Berlin, Würzburg, » Köln, Freiburg/Br. und zuletzt in » Zürich erfolgreich aufgeführt worden. A. Kleinewefers 2005 |
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