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Studientag Mooshausen
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| Der alljährlich im Frühjahr stattfindende Studientag
in Mooshausen steht ebenfalls allen Interessierten offen, wendet sich
aber besonders an Schüler und Lehrer weiterführender Schulen.
Er wird zusammen mit dem » Freundeskreis Mooshausen e.V.
veranstaltet. Die Programme widmen sich häufig einzelnen Werken le
Forts, die, teils im Vergleich, gründlich interpretiert werden.
Außerdem kommen Themen aus der Biographie le Forts zur Sprache,
z.B. ihre Beziehungen zu zeitgenössischen Schriftstellern (Hesse,
Zuckmayer u.a.), oder auch ganz praktische Fragen bzw. Erfahrungen aus
dem Schulunterricht. |
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» Faltblatt zum Studientag Mooshausen 2010 (PDF-Format, 370 KB)
» Faltblatt zum Studientag Mooshausen 2009 (PDF-Format, 419 KB)
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» Faltblatt zum Studientag Mooshausen 2005 (PDF-Format, 62 KB)
» Faltblatt zum Studientag Mooshausen 2004 (PDF-Format, 63 KB)
» Faltblatt zum Studientag Mooshausen 2003 (PDF-Format, 67 KB)
» Faltblatt zum Studientag Mooshausen 2002 (PDF-Format, 69 KB)
» Faltblatt zum Studientag Mooshausen 2000 (PDF-Format, 89 KB)
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Studientag Mooshausen 2002
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| Gertrud von le Fort (1876-1971) – heute noch Schullektüre? |
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| Unter diesem Titel veranstaltete der Freundeskreis Mooshausen
zusammen mit der Gertrud-von-le-Fort-Gesellschaft einen Studientag
für Gymnasiallehrer am Samstag, dem 8. Juni 2002, im Alten
Pfarrhaus von Mooshausen bei Memmingen. |
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Hauptreferenten des Vormittags waren Dr. Roswitha Goslich,
M.A., München, und Prof. Dr. Georg Langenhorst,
Erlangen/Nürnberg. Beide gehören nicht mehr dem
althergebrachten le-Fort-„Fanclub“ an, sondern vertreten
eine jüngere Generation von Lesern und Wissenschaftlern.
Sie wandten sich aufgeschlossen und sensibel, aber auch mit z.T. recht
provozierenden Fragen dem scheinbar antiquierten Thema zu, also im
besten Sinne kritisch. |
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| Roswitha Goslich, frisch promovierte Germanistin und
Philosophin aus München, trug ein Kapitel aus ihrer noch
unveröffentlichten Doktorarbeit vor. Ihr Referat „Die
Überwindung der Angst in unserer Zeit – Gedanken nach
Gertrud von le Forts Novelle ‚Die Letzte am Schafott‘“
widmete sich zunächst der Entstehungszeit dieser Novelle (1931),
wies auf die deutlich warnenden Zeitbezüge des Werkes hin
(Weimarer Republik, aufkommender Nationalsozialismus) und untersuchte
die ihm zugrunde liegende Philosophie von Sören Kierkegaard. Auf
dieser Grundlage brachte die Werkanalyse Einsichten, die sehr konkret
auch heute z.B. in der Erziehung umzusetzen wären.. Das
heißt, die Dichtung le Forts ist offenbar nicht nur geeignet, als
Schullektüre unter literarischen Gesichtspunkten gewürdigt zu
werden, sondern sie vermag der Jugend heute auch Wegweisung,
Lebenshilfe zu geben. |
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| Dagegen versprach Georg Langenhorst, Professor für
Didaktik des katholischen Religionsunterrichts, seinen Hörern
einleitend, er werde sie gewiß „nicht
beglücken“; aber als er am Schluß seines sehr
differenzierten Vortrags angelangt war, lautete seine Antwort auf die
Leitfrage des Studientages: Ja, man kann Gertrud von le Fort durchaus
auch heute noch mit mancherlei Gewinn in der Schule lesen. Jedoch biete
ihr Gesamtwerk kein einheitliches Bild, vieles sei ambivalent; aber
gerade so könne es positiv als Herausforderung verstanden werden.
Zum Beispiel sei in Ulla Hahns neuem autobiographischen Roman „Das verborgene Wort“
von Gertrud von le Fort durchaus lobend die Rede: sie sei eine
Dichterin, „deren Werk Mächtige stört“; viele
weibliche Figuren in ihren Erzählungen seien „starke
Frauengestalten“. Andererseits lasse es sich nicht leugnen,
daß le Forts Frauenbild insgesamt sehr konservativ sei. |
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| Im Laufe der zweiten Gruppe von Vorträgen am Nachmittag
kam die Praxis zu Wort: drei Lehrer des Gertrud-von-le-Fort-Gymnasiums
in Oberstdorf hatten sich mit dem Werk der Namenspatronin ihrer Schule
beschäftigt und berichteten von den Ergebnissen ihres
Deutschunterrichtes. LAss‘ Dr. Marion Presslich hatte mit ihrer
5. Klasse Aphorismen von Gertrud von le Fort besprochen, StR‘
z.A. Heike Schäfer hatte für ihre Schüler der 6. Klasse
frühe Romgedichte der Autorin entdeckt. Beide Kolleginnen
schilderten jugendlich unbefangen und lebhaft engagiert ihre
Unterrichtserfahrungen und zeigten die originellen Resultate in Form
von Schülerarbeiten. Dabei war ganz klar zu erkennen, daß
die Schüler nicht nur mit Freude und großem Eifer
gearbeitet, sondern auch bemerkenswert viel gelernt hatten, jeweils
ihrem Alter entsprechend. Besonders eindrucksvoll waren Heike
Schäfers Übungen zum kreativen Schreiben in der 6. Klasse:
die Schüler formten nach bestimmten Vorgaben die Gedichte le Forts
um und erreichten dabei mit ihren eigenen „Werken“ sowohl
emotional als auch sprachlich z.T. erstaunlich Erkenntnisse, die sie -
als Elf- oder Zwölfjährige – abstrakt noch gar nicht
formulieren konnten. |
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| OStR Rudolf Brater berichtete von der Lektüre der Novelle „Das Gericht des Meeres“
im Deutschunterricht der 10. Klasse. Eindrucksvoll zeigte er, wie
gerade die „Fremdheit“ des Textes in Sprache und Inhalt die
Schüler herausforderte. Man schrieb u.a. einen Zeitungsartikel
(stilistisch war von FAZ bis BILD alles möglich!) über die
mysteriösen Begebenheiten, die in der Novelle geschildert werden.
Man erfuhr etwas über die starke Treuebindung in einem
mittelalterlichen Lehensverhältnis, indem man die Szene eines
Lehenseides im Klassenzimmer nachspielte. Und die Sechzehn-,
Siebzehnjährigen stellten nicht nur wesentliche Fragen, sondern
fanden auch kluge Antworten zum zentralen Sinn der Novelle. Daraus
ergab sich in wichtigen Punkten auch eine Korrektur zu einigen Thesen
von Georg Langenhorst, ohne daß Brater das eigens hervorzuheben
brauchte. |
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| Das abschließende Rundgespräch litt etwas unter
Zeitmangel, so daß manche wichtige Frage nur angeschnitten werden
konnte. Dem Zeitmangel war leider auch ein Kurzreferat von Dr. Antje
Kleinewefers über le Forts Schweizer Vortrag „Unser Weg durch die Nacht“
(1947) zum Opfer gefallen. Trotzdem waren Publikum und Referenten sich
einig, daß der Studientag vielfältige Aspekte zum Thema und
Anregung zu weiterer Arbeit geboten habe. Besonders ermutigend waren
die Berichte aus dem Oberstdorfer Gymnasium. Allerdings kam auch der
dringende Wunsch nach neuen, für Schüler erschwinglichen
Werkausgaben zur Sprache. Hier ist die Gertrud-von-le-Fort-Gesellschaft
in die Pflicht genommen! |
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| Der » Freundeskreis Mooshausen e.V.
plant – in Zusammenarbeit mit der
Gertrud-von-le-Fort-Gesellschaft – die Fortsetzung eines solchen
Austausches von Wissenschaft und Schule vor einer interessierten
Öffentlichkeit, wobei man besonderen Wert auf den engen Kontakt
mit dem » Gertrud von Le Fort-Gymnasium Oberstdorf legt. |
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| Dr. Antje Kleinewefers |
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