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Gertrud-von-le-Fort-Gesellschaft

Gertrud von le Fort

Hermann Hesse hat am 2. März 1949 » Gertrud von le Fort, zusammen mit Martin Buber, für den Literatur-Nobelpreis vorgeschlagen. In seinem Brief an die Schwedische Akademie Stockholm schreibt er:
 
„Man kann sie in gewissem Sinne » Frau Undset an die Seite stellen: Katholikin, Meisterin der geschichtlichen und auch der mythischen Erzählung, zugleich innerhalb des Hitlerschen Deutschland wohl die wertvollste, begabteste Vertreterin der intellektuellen und religiösen Widerstandsbewegung. Als Vertreterin menschlich-christlicher Gesinnung ist Frau Undset gleichwertig, als Dichterin stelle ich sie noch höher.“

Ein halbes Jahrhundert später übersetzt Roman Eiwadis, ein russischer Germanist, unter großen persönlichen Opfern, ohne Verlagsauftrag die beiden Veronika-Romane Gertrud von le Forts und einige ihrer bedeutenden Erzählungen ins Russische. Die beiden Bände erscheinen 2002 und 2004 in St. Petersburg. Die Resonanz bei Kritik und Publikum ist überwältigend: Rußland hat eine große deutsche Dichterin entdeckt und seiner Sprache (und damit auch seiner Kultur) einverleibt.

Was der bis heute vielgelesene Schriftsteller und Pazifist Hermann Hesse und der russische Intellektuelle und Christ Roman Eiwadis entdeckt haben, das ist für die » Gertrud-von-le-Fort-Gesellschaft (gegr. 1982) Beweggrund und Ziel ihrer Arbeit. In Tagungen und Seminaren (letztere besonders für Lehrer und Schüler weiterführender Schulen), öffentlichen Lesungen, schriftlichen Publikationen und besonders durch Anregung einer Neuausgabe der Werke strebt sie danach, das Andenken an eine europäische Schriftstellerin von Rang wachzurufen und für Gegenwart und Zukunft fruchtbar zu machen.